Erweiterungs-Steckplätze

Modell Steckplatz RAM
Mac 128k, 512k(e) (CPU) gelötet
Mac Plus (CPU) 4× SIMM
Mac SE SE-PDS 4× SIMM
Mac Classic (RAM) (2× SIMM)
Mac SE/30 SE/30-PDS 8× SIMM
Mac Classic II (CPU) 2× SIMM
Mac ColourClassic LC-PDS 2× SIMM
Mac ColorClassic II LC III-PDS 2× PS/2-SIMM

(CPU): Kein Erweiterungs-Steckplatz von Apple vorgesehen. Dritthersteller-Beschleunigerkarten für den CPU-Sockel existieren.

(RAM): Proprietärer Steckplatz für die Classic-RAM-Karte. Angeblich sollen dafür Beschleunigerkarten existieren.

PDS steht für Processor Direct Slot und bezeichnet einen Steckplatz, der direkt an den Prozessorbus angebunden ist. Solche Steckplätze haben den Vorteil, sehr schnellen Zugriff auf den Prozessor und den Hauptspeicher zu bieten, andererseits aber bei größeren Modellwechseln fast zwangsläufig das Format ändern zu müssen.

So finden sich in den Würfelmacs entweder keine oder eben diese proprietären Steckplätze. Es gibt eine ganze Reihe unterschiedlicher PDS-Formate, die Apple im Laufe der Mac-Entwicklungszeit verbaut hat:

SE-PDS

Der Steckplatz im SE besteht aus einem 96poligen Buchsenverbinder, der auf der Hauptplatine aufgelötet ist. Der SE-PDS ist nur zu sich selbst kompatibel, andere Steckkarten, etwa für den SE/30, passen nicht. Für den SE gab es Beschleunigerkarten, Ethernetkarten, TokenRing-Karten, Grafikkarten (meist monochrom aufgrund des fehlenden ColorQuickDraws), GPIB-Karten und Floppycontroller-Karten (für die 5,25" Floppy von Apple für den Austausch mit 360KB PC-Laufwerken).

SE/30-PDS, IIsi-PDS

Ein echter 32-Bit-PDS, nur im Mac SE/30 und im Mac IIsi verwendet. Neben (Farb-) Grafikkarten, Ethernet- und Tokenring-Karten sowie Beschleunigern gab es auch einen NuBus-Adapter für den IIsi - dieser wandelte den IIsi-PDS in einen NuBus-Steckplatz. Das ist eigentlich nur interessant, wenn man eine Karte betreiben möchte, die es für den IIsi-PDS nicht gab, denn NuBus-Karten sind durch die Schnittstelle bedingt langsamer als PDS-Karten. Theoretisch sollte der IIsi-NuBus-Winkeladapter auch im SE/30 laufen, aber aufgrund des chronischen Platzmangels im SE/30-Gehäuse dürfte das in einer wüsten Bastelarbeit enden.

Für den SE/30 existieren Adapterkarten, die aus dem SE/30-PDS zwei getrennte PDSse wandeln, z.B. der Stratos Twinspark. Damit erhält man im SE/30 einen IIci-Cache-PDS sowie einen üblichen SE/30-PDS. Damit kann man Beschleunigerkarten, die für den IIci gebaut wurden, einsetzen und trotzdem eine SE/30-Ethernet- oder Grafikkarte einbauen. Mehr dazu auf der Beschleuniger-Seite.

IIfx-PDS

Im einstigen Flaggschiff IIfx findet man einen PDS, der eine Eigenart aufweist, die sonst nicht anzutreffen ist: Karten, die in diesem PDS arbeiten, haben keine Möglichkeit, Daten zum NuBus zu übertragen. Daher wurden Beschleunigerkarten für den IIfx konstruiert, die zwei Steckplätze belegen: den PDS sowie einen NuBus-Platz, die per Kabel verbunden sind, um den genannten Nachteil auszugleichen. Elektrisch ähnelt sich der IIfx-PDS wohl dem SE/30-PDS.

IIci-Cache-PDS

Für den Mac IIci-Cache-PDS existieren meines Wissens nur Cache- und Beschleunigerkarten. Apple lieferte eine 32 KB Level-2-Cache-Karte aus, später gab es von Fremdherstellern auch 128 KB Level-2-Caches sowie 68030- und 68040-basierte Beschleuniger, z.B. die Carrera und die Daystar Digital Turbo 040. Dieser PDS ist wiederum nur in diesem einen Rechner verbaut worden. Allerdings existieren verschiedene Adapter, um Karten, die für den IIci-PDS bestimmt sind, im SE/30 oder IIsi einsetzen zu können, etwa der Stratos Twinspark.

LC-PDS, LC-III-PDS

Der LC-PDS dürfte der bekannteste und verbreitetste PDS sein: er findet sich in jedem Rechner der LC-Baureihe, in fast allen Performas sowie im ColourClassic. Der ursprüngliche LC-PDS war rein 16-bittig ausgelegt, später gab es ab dem LC III einen gleichnamigen PDS, der über 32 Bit Busbandbreite verfügte. Dieser LC-III-PDS ist im ColorClassic II, im LC III und LC III+ sowie im Performa 475, 630 und vielen anderen zu finden. Dankenswerterweise ist der LC-III-PDS weitestgehend rückwärtskompatibel, d.h. man kann alte LC-PDS-Karten auch im LC-III-PDS betreiben.

Für diesen PDS existieren Ethernetkarten, wenige (dafür aber teure) Grafikkarten, Level-2-Cache-Karten, die legendäre Apple-IIe-Emulationskarte sowie Beschleunigerkarten.

040-PDS

In den grösseren Quadras wurde der 040-PDS verbaut, etwa im Quadra 650, 700, 800, 900, 950. Für den PowerMac 6100 existieren Winkeladapter, die aus dem 6100-PDS einen 040-PDS machen. Im 040-PDS findet man meist PC-Emulationskarten, Level-2-Cache-Karten, Grafikkarten, DSP-Karten für Photoshop-Beschleunigung sowie Beschleunigerkarten. Ethernetkarten sind mir nicht bekannt, sie wären angesichts der ab Werk verbauten Ethernet-Anschlusses bei den Quadras auch überflüssig.

6100-PDS

Im PowerMac 6100 findet man einen Steckplatz, für den es nur drei Kartentypen gibt: je eine Wandlerkarte von 6100-PDS nach NuBus bzw. nach 040-PDS, PPC604e bzw. PPC750 (»G3«)-Beschleunigerkarten sowie eine Grafikkarte von Apple.

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Letzte Änderung: 2008-08-01, 00:12:11 (CEST)
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