Ab dem Mac 512k aufwärts kann man ein Netzwerk nutzen. Am Würfelmac findet man verschiedene Realisationen davon: LocalTalk, Ethernet, TokenRing auf der Hardware-Seite sowie AppleTalk/DDP und TCP/IP als verbreitetste Protokolle. Am einfachsten aufzutreiben und einzurichten ist LocalTalk, der beste Kompromiss aus Beschaffbarkeit und praktischem Nutzen ist Ethernet und die beste Grundidee hat TokenRing.
Hardware
Am SE, dem SE/30 sowie beiden Colour Classics hat man es am einfachsten: man kann eine Ethernet- oder TokenRing-Netzwerkkarte einbauen. Zusammen mit der etwas Software und evtl. einem Treiber (s.u.) hat man den Rechner dann ruck-zuck im Netz.
Beim Plus, Classic und Classic II muss man entweder auf LocalTalk, einer LocalTalk-Ethernet-Bridge oder einen SCSI-Ethernet-Adapter zurückgreifen.
Netzwerktypen:
LocalTalk:
Früher auch AppleTalk genannt. Verwendet wird die Drucker-Schnittstelle der Würfelmacs, die die seriellen Leitungen der teilnehmenden Rechner zu einem Bus zusammenschaltet. Einfachst aufzubauen. Der Transport von TCP/IP-Paketen (Internet, Websites etc.) ist zwar möglich, aber umständlich (MacIP, IP over DDP).
Leider mit 230 KBit/s (~20 KB/s) kein Renner.
Ethernet:
Bei Ethernetkarten sind mehrere Medientypen vorhanden, etwa 10BaseT (Westernstecker, RJ45: heute am weitesten verbreitet), 10Base2 (BNC, Koax) oder AAUI (15pol SubD). An AAUI kann man Transceiver (Umsetzer) auf 10BaseT, 10BaseFL oder 10Base2 anschließen. 10 MBit/s, praktisch erreicht werden bis zu 350 KB/s.
Geeignete Ethernet-Netzwerkkarten:
Mac SE:
Farallon EtherMac SE (PN596-C)
Mac SE/30:
Asanté MacCon IIsi SE30; Farallon EtherMac SE/30
Colour Classic, Color Classic II:
Jede LC-PDS-Netzwerkkarte
TokenRing:
Von IBM eingeführtes Ring-Netzwerk mit 4 oder 16 MBit/s.
Man hat zwei Wahlmöglichkeiten: OpenTransport oder MacTCP. Ersteres braucht mehr RAM, ist aber moderner und flexibler. Letzteres läuft auch auf 68000er-Macs wie dem Mac SE, Classic oder Plus.
Das moderne OpenTransport
OpenTransport ist der Nachfolger des klassischen Netzwerksystems (s.u.) und läuft nur auf Macs mit ColorQuickdraw, 68030 (Mac SE/30, Classic II, ColourClassic etc.) und mindestens System 7.1. Moderne Software (Anarchie 3.7 etwa) setzt OpenTransport voraus. Wenn der eigene Würfelmac nicht gerade an Speicherarmut leidet, sondern 8 MB oder mehr verbaut sind, so sollte man zu OpenTransport (OT) greifen.
Der Vorteil bei der Installation von OT ist, dass man mit wenig Aufwand zum Ziel kommt: OpenTransport 1.12-Installer laufen lassen, dann hat man LocalTalk, EtherTalk, TokenTalk und TCP/IP-Fähigkeiten sowie die Netzwerktreiber für die gängisten internen Ethernetkarten schon dabei.
Eine zweite Komponente ist OpenTransport/PPP (OT/PPP), das auf OpenTransport aufsetzt und einen PPP-Stack zur Verfügung stellt. FreePPP als Konkurrenzprodukt ist jedoch schlanker und flexibler zu konfigurieren.
OT Version 1.12 ist in den meisten Fällen ausreichend - leider muß man vorher OT 1.1.1 installieren, wenn noch keines vorhanden war. Wer mag, kann auch das von Mac OS 8 stammende OT 1.3 installieren.
OpenTransport bietet Hardware-Treiber für Netzwerkkarten, einen TCP/IP-Stack und einen aktualisierten AppleShare-Client in einem Paket. Es ersetzt also den Network Software Installer,
MacTCP und AppleShare Client des klassischen Netzwerksystems.
Das älteste Netzwerksystem baut auf mehreren Komponenten auf: Dem Apple Network Software Installer (NSI) in den Versionen 1.4.x und 1.5.x, um Hardwaretreiber für Netzwerkkarten sowie einen AppleShare-Client zu erhalten. Weiterhin existieren MacTCP als TCP/IP- und MacPPP oder FreePPP als PPP-Stack dafür.
TCP/IP-Stack - Grundlage eines Internet-fähigen Systems. Nach dem Auspacken von MacTCP206.sit.bin und mactcp21patch.sit wendet man den Patch auf das MacTCP 2.0.6-Kontrollfeld an. Nachdem das aktualisert wurde, zieht man es auf den geschlossenen Systemordner. Ab System 7 sortiert der Mac es dann automatisch in den Kontrollfelder-Ordner, unter System 6 bleibt es direkt im Systemordner.
AppleShare-Client: Ermöglicht den Zugriff von Workstations auf AFP-Server wie AppleShare, AppleShare Pro für A/UX, AppleShare IP, Novell Netware 3.x mit Macintosh-Services, Microsoft Windows NT mit Services for Macintosh, Microsoft Windows 2000 mit Services for Macintosh,
Helios Ethershare, CAP, Netatalk etc. pp. Empfohlen für Systeme bis 7.1.x. Für Macs mit Mac OS 7.5.x und neuer sind andere AppleShare-Client-Versionen empfohlen.
Hinweis: Das Archiv ist ein MacBinary-kodiertes SMI - self mounting image. Leider funktioniert das »self« nur unter neueren Systemversionen, das Disk Image muss also auf alten Systemen händisch mit Disk Copy 6.3 oder ShrinkWrap gemounted werden.
Produkte
Apple Internet Router (Basic Connectivity Package)
Routet zwischen LocalTalk, EtherTalk und TokenTalk. Kann entfernte (AppleTalk-) Netze über Dial-In anbinden. Systemvoraussetzungen: Mac Plus oder größer, System 7.0 oder neuer, AppleTalk Phase 2-Netze. Produktnummer: M0502Z/B. Optionales Modul: Apple Internet Router Wide Area Extension für X.25 oder TCP/IP
Apple IP Gateway
Das IP Gateway kann in DDP verpackte TCP/IP-Pakete auspacken und ins Internet routen. Damit können Macs auch mit LocalTalk TCP/IP-Services nutzen, wie FTP, IRC, Web oder Internet-E-Mail. Apple Produktnummer M3562Z/B. Systemvoraussetzungen: Mac mit 68020, MacTCP, System 7.1, läuft ab 68020, ab System 7.1, auch auf PowerBooks, auch zusammen mit Apple Remote Access, Apple Internet Router oder AppleShare.